Cover: Tarentatec & Osis Krull - The Candy And Springtime Experience
Cover: Tarentatec & Osis Krull - The Candy And Springtime Experience

Auf „The Candy And Springtime Experience“ haben sich zwei Bands zusammengefunden, um die Essenz der jeweiligen Band auf einem Tonträger zu verewigen. Beide sind im Stark-Rock angesiedelt und teilen sich einen Schlagzeuger, einen Labelchef und eine Philosophie, über die sie sich anscheinend noch nicht ganz einig sind. Diese Split-CD entstand nicht um irgendwie Presskosten zu sparen, sondern war beiden Bands ein großes Bedürfnis. Im Winter 2007/2008 erblickte „The Candy And Springtime“ bei Minusgraden in den Ilmenauer Baracken das Licht der Welt. Die besagten Baracken waren auch schon für die letzte Tarentatec-EP „Baracke 5“ der Probe- und Aufnahmeraum. Und diesmal ist ein Album zweier Bands herausgekommen, die zwar artverwandt, aber dennoch sehr unterschiedlich sind. Einerseits sehr experimentell, andererseits sehr melodisch und fast schon eingängig.

Tracklist:

01. Julias Daydream
02. Catch Breath
03. Weltherrschaft
04. Tractor Beam
05. Aruba!
06. Luigi
07. Spider Ryder
08. Proximity
09. Attique Chrome
10. Coffeelord
11. Back From Berlin
12. Love
13. Julia’s Nightmare
14. Defa
15. Der Wanderer
16. Mekong
17. Spinnenreiter
18. Shaman

Auf der Split-CD mit sage und schreibe 78 min Spielzeit findet man Songs, die teilweise sphärisch beginnen und im Laufe des Songs immer metallischer und lauter werden. Man könnte es schon fast als verworrene Klangwelten bezeichnen, weit weg vom irdischem Leben („Weltherrschaft“) – alles sehr experimentell und teilweise etwas an Mike Oldfield erinnernd. „Weltherrschaft“ ist größtenteils instrumental gehalten und bis auf ein paar wenige Gesangspassagen wird man hier keine menschliche Stimme finden. Dies ist wohl der Part, den Osis Krull beisteuert. Orgel-Gott und Rhodes-Prophet Lars Mäurer (der afrotragende colatrinkende Jazz-Math-Akademiker) steuert seine Tastenkunst beim Großteil der Songs bei. Neben sehr kurzen Songs wie „love“, „julias nightmare“ oder „spinnenreiter“ gibt es auch songs, die locker mal 9 Minuten dauern. „luigi“ ist so ein Vertreter, der instrumental endlos dahinplätschert. „der wanderer“ überzeugt mit den tollen Akustikgitarren-Läufen und erzeugt im Kopf ein Bild von einem Wanderer, der rastlos durch Wälder und Berglandschaften läuft. Vor allem die Instrumentalstücke führen dazu, dass beim Hören ein Bild im Kopf entsteht.

Fazit:

Insgesamt ein sehr originelles Album auf dem sich experimentelle Instrumentalsongs mit krachenden Rockstücken abwechseln. Eigentlich eine gelungene Abwechslung, wobei mir aber die Länge mancher Songs nicht zusagt. 9 Minuten für einen Song halte ich für ziemlich gewagt – es sei denn er bietet die nötige Abwechslung im Song selbst (z.B. andere Instrumente oder Melodiestrukturen), die ich allerdings bei diesen Songs nicht gefunden habe. Bei mir trat recht schnell die Langeweile ein und da konnten mich die Songs mit den harten Gitarrenriffs zwischendurch auch nicht mehr so recht aufwecken. „The Candy And Springtime“ ist durchaus ein sehr abwechslungsreiches Album und man merkt deutlich wie unterschiedlich beide Bands eigentlich sind. Bei mir ist allerdings auch nach mehrmaligem Hören der Knoten nicht geplatzt und ich kann deswegen nur 7/10 Punkte geben.

Release: 10.07.08
Label: Discorporate Records
Vertrieb: Radar

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