Cover: Sister Sin - Switchblade Serenades
Cover: Sister Sin - Switchblade Serenades

Lasst die guten alten Heavy Metal Regeln mal beiseite: Ein neues Musik-Genre ist gerade dabei, die Massen zu begeistern. „Sister Sin“ aus Schweden präsentieren mit ihrem neuen Album „Switchblade Serenades“ den neuen Stil „Street Metal“. Aufgestiegen im Jahre 2002 aus den Gossen Göteborgs und entgegen jeglicher schwedischer Musiktrends repräsentierte die Band ihren „gebunden an absolut nichts“ Lifestyle. So enterten die vier Musiker die lokale Musikszene als eine hart-treffende, unbestreitbare Metal-Kraft.

Die Band um Sängerin Liv, Gitarrist Jimmy, Bassist Chris und Schlagzeuger Dave ließen den längst verloren geglaubten Metal-Spirit der 80er Jahre (Mötley Crüe, Motörhead, W.A.S.P. und Accept) wieder auferstehen und versetzten ihn mit frischen Texten und mutig krachenden Gitarrenriffs. Nach der Aufnahme ihres ersten Demo-Albums „Dance Of The Wicked“, welches mit positiven Kriken übersäht wurde, tourte die Band mit Größen wie Cradle Of Filth, W.A.S.P. und Doro. Anfang 2008 sammelte man all seine musikalische Energie und nahm das aktuelle Album „Switchblade Serenades“ auf, welches von Grammy-Gewinner Tobias Lindell produziert und in den legendären Bohiús Sound Studios aufgenommen wurde. Dieses lang erwartete Debütalbum wurde aufgenommen, um die Szene wiederzubeleben, welche „Poison“ getötet haben.

Line-Up:

Tracklist:

  1. Beat The Street
  2. Death Will Greet Us
  3. One Out Of Ten
  4. Breaking New Ground
  5. On Parole
  6. Make My Day
  7. Hostile-Violent
  8. Switchblade Serenade
  9. Love/Hate
  10. All Systems Go!
  11. Eye To Eye

Frauen am Mikrophon sind in der Metal-Szene mittlerweile gern gesehen – auch wenn es vor einiger Zeit genug Leute gab, die die Nase gerümpft haben, wenn das weibliche Geschlecht den harten Ton angab. Damit die Mischung aus 80er Jahre Hard Rock, Heavy Metal und Rock’n’Roll funktioniert, musste bei „Sister Sin“ eine Frau ans Mikro, deren Stimme nicht zart und zerbrechlich ist, sondern auch mal so richtig dreckig schreien kann. Mit Liv am Mikrophon ist diese Sängerin gefunden. Optisch wie gesangstechnisch ist diese Frau wohl die erste Wahl und passt bestens ins Bandgefüge. Von melodisch bis hin zu extrem schrill und „dirty“ hat Liv alles drauf. Schon der Opener „Beat The Street“ ist ein schöner Up-Tempo Rocksong, der vollgepackt mit fetten Gitarrenriffs ordentlich aus den Boxen wummert. „Death Will Greet Us“ ist da schon etwas gemäßigter und überzeugt mit melodischeren Gesangspassagen von Liv. Genauso gemäßigt bzw. weniger schreiend ist der Gesang bei „One Out Of Ten“. Die Aggressivität übernehmen hier die Gitarren. „Breaking The Ground“ enthält die meisten 80er Jahre Rock Einflüsse und besticht mit seiner erfrischend neuen Aufmachung. Dass Liv nicht nur melodisch singen oder schreien kann beweist sie in „Song On Parole“. Auch die cleanen, hohen Töne werden mühelos gemeistert. Ein Up-Tempo Rocksong jagt den nächsten und eigentlich muss eine Rockscheibe genauso klingen: Mal rotzig, mal clean und mal ein wenig retro. Die harten Gitarrenriffs geben den nötigen Wumms, der die Boxen erzittern lässt. Manchmal erinnert mich die Scheibe sehr an die alten „Mötley Crüe“ Sachen.

Fazit:

Schmutziger Street-Rock at it’s best und wer immernoch der Meinung ist, dass zu einer anständigen Rockscheibe eine rauhe männliche Stimme gehört, dem kann nicht mehr geholfen werden. Ich bin normalerweise kein Fan von weiblichem Gesang, aber Liv hat die „Eier“ um es mit den männlichen Kollegen aufnehmen zu können. Ein bisschen kurz die CD, aber man kann ja noch beliebig oft auf „Play“ drücken. Fans von Sister Dew oder Meldrum werden begeistert sein. 9/10 Punkte gibt’s von mir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.