Cover: schein23 - Morgens ist es am schlimmsten, da fängt der tag erst an
Cover: schein23 - Morgens ist es am schlimmsten, da fängt der tag erst an

Veröffentlicht wurde der Silberling der 4 Karlsruher Jungs am 13.09.2004. Musikalisch bewegen sie sich zwischen „Wir sind Helden“, „Sportfreunde Stiller“ und „Silbermond“. „Immer der Sonne entgegen…“ – mit diesen Worten beginnt der Opener der neuen CD „Morgens ist es am Schlimmsten, da fängt der Tag erst an“. Wie passend! Alleine schon der Satz „Wir wollen noch nicht mal gewinnen, wir halten bloß nicht an“ lässt vieles erahnen und zeigt, in welche Richtung die Band gehen will. Geradeaus in Richtung Sonne, ohne einen Sieg zu erlangen – einfach weiter. Nach 200 absolvierten Konzerten, nach Gigs mit den „Sportfreunden Stiller“, „Kettcar“ und „Wir sind Helden“, als Support von „Nina Hagen“ oder sogar „BAP“ hat sich die Band schein23 einen Namen und viele Freunde gemacht. Das erste Album „lauf“ wurde über 1000 Mal verkauft und ich hoffe, dass die Jungs von dem neuen Album noch mehr Exemplare verkaufen werden.

Line-Up:

Tracklist:

  1. heimspiel
  2. was wir zu wissen glauben
  3. man sagt sich nicht selbst hallo
  4. als man die welt noch erfand
  5. sag mir
  6. nackt durch leere zimmer
  7. der tag
  8. amerika
  9. ich meld mich doch gar nicht
  10. gelegentlich ist eigentlich
  11. schläfst du
  12. willkommen

Auch wenn der Titel des Albums relativ pessimistisch klingt, gejammert wird auf dem Album sicher nicht. Die Songs geben Einblicke in negative Emotionen und erdrückende Gedanken – Dinge, die man selbst tagtäglich durchlebt – ein ganzes Leben lang. Sänger Daniel Schuch könnte mit seiner Stimme die melancholische Stimmung gar nicht besser rüberbringen. Eine Täuschung oder wirklich war: Die Stimme erinnert mich teilweise stark an Heppner. Und dieser schafft es auch mit seiner Stimme die Melancholie auszudrücken wie es kaum einer schafft.

Die Songs bewegen sich soundmäßig zwischen härterem Rock („Gelegentlich ist eigentlich“, „Willkommen“, „Was wir zu wissen glauben“, „Der Tag“, „Amerika“ und „Ich meld mich doch gar nicht“) und melancholischen Balladen („Schläfst Du“, „Als man die Welt noch erfand“, „Sag mir“ und „Nackt Durch leere Zimmer“).
Was mir ziemlich gut gefällt sind die Drum-Opener bei den Songs „Heimspiel“ und „Schläfst Du“. Bei „Sag mir“ wurden sogar Streicher eingesetzt. Alles in allem ein sehr abwechslungsreiches Album mit schlauen Texten und guter Musik.

Fazit:

Ich persönlich finde das Album sehr hörenswert. Dennoch könnte die Band in Deutschland momentan ein paar Schwierigkeiten haben, weil der Musikmarkt mit deutscher Rockmusik nur so überflutet ist. Andererseits könnte aber genau das das ideale Sprungbrett für die Karlsruher Jungs sein. Ich wünsche es ihnen jedenfalls. Starke Leistung! Fans von „Echt“, „Sportfreunde Stiller“, „Silbermond“ oder „Selig“ können meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.