Motorjesus @RHF2015Am Samstag eröffneten Deserted Fear das Festival, doch ich habs dann erst mitten in den Set von Motorjesus geschafft, bei denen es schon wieder amtlich voll war. Im Jahr 2012 hatten noch ihre Fans dafür gesorgt, dass Motorjesus auf dem Festival spielen konnten, dieses Mal waren sie schon fast selbstverständlich wieder dabei – aber genau so nervös wie vor 3 Jahren ;) Es wurden zwar kein Bier aus ner Alditüte verteilt, dafür gabs dann nen Bountie – sicher sher zum Trinken als zum Essen ;)
Inzwischen haben Motorjesus auch eine neue Platte veröffentlicht, die dann im Set berücksichtigt wurde. Insgesamt 8 Songs knallten und Motosjesus um die Ohren, mit „A New War“ schlossen sie als Zugabe das Set ab. Das Gruppenfoto der Band mit Publikum zum Abschied durfte dann Fotografenkollege Jörg von The Pit schießen, war zwar ein wenig neblig, aber dennoch eine nette Erinnerung aus der Reihe „Fotografen fotografieren Fotografen“ ;)

Voivod @RHF2015Als nächstes waren Voivod an der Reihe, die eigentlich aufgrund ihres Legendenstatus an einer späteren Position (und somit mit längerer Spielzeit) hätten auftreten müssen, doch da sie spät gebucht wurden, waren diese Plätze schon belegt. Naja und besser etwas kürzer als gar nicht, so kamen die Fans überhaupt in den Genuß, Voidod live zu sehen.
Damit die Zeit auch ja ausgenutzt werden konnte, fingen sie einfach früher an – umso besser. Die Musik mag nicht jedermanns Sache sein und vielleicht sind einige nach 2 Top-Auftritten auch erst einmal Bier trinken und sich ausruhen gegangen, jedenfalls war es nicht mehr ganz so voll wie zuvor – wobei sich das während des Auftrittes noch ändern sollte. Der Sound ließ zunächst zu wünschen übrig – Gesang hören wäre schon schön – doch das bekamen die Techniker dann auch in den Griff.
Es gab eine Mischung aus alten Songs wie „The Unknown Knows“ oder „Order Of The Blackguards“ und neuen Titeln wie „We Are Connected“. Als letzten Song hatte sich die Band den Titel „Voivod“ aufgehoben, es fehlte vielleicht noch das Pink Floyd-Cover „Astronomy Domine“.

Avatarium @RHF2015Nun gab es was für die Augen, denn Avatarium haben eine Frontfrau – und zwar eine sehr hübsche. Die Band aus Schweden kann mich jedoch nicht ganz überzeugen, ist deren Musik doch eine Mischung aus psychedelic Rock und Doom und einfach nicht mein Ding. Der Sound ist super, die Gitarrenparts waren nicht schlecht, aber insgesamt ist mir die Musik zu langsam und auf Dauer zu langweilig. Doch die neue Band von Candlemass Bassist Leif Edling (der allerdings selber aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte) kam super sympatisch rüber und nicht nur wegen Sängerin Jennie-Ann Smith fand die Band beim Publikum großen Zuspruch.

Großen Zuspruch fand auch die Bundesligaübertragung auf der Biergartenbühne, war doch heute letzter Spieltag der Bundesliga (und der HSV mal wieder ganz nah dran am Abstieg). So saßen viele, die nicht unbedingt Fans von Avatarium waren, lieber vor der Glotze und schauten Fußball – es sei ihnen gegönnt..

Auf dem Festival traf man mal wieder so einige bekannte prominente Gesichter wie Onkel Tom, die Jungs von Darkness oder Andy Brings.

Kataklysm @RHF2015Nun war aber schluss mit lustig und genug der Ruhepause, denn als nächstes waren Kataklysm an der Reihe. Die Kanadier heizten das Publikum von der ersten Sekunde an und beschafften der Security mit vielen vielen Crowdsurfern jede Menge Arbeit – sollten sie doch auch etwas tun ;) „Who knws us, knows what will follow“ kündigte Fronter Maurizio den Song „At The Edge Of The World“ an. Klar: Moshpit und Crowdsurfer. Mit einem Blick auf die Grabensecurity prophezeite er „they will get work“ – aber die ist natürlich ausreichend trainiert und auch fast jedes Jahr mit der selben Mannschaft anwesend, die eindeutig Spaß bei ihrer Arbeit hat. Das entging Maurizio ebenfalls nicht, denn mit Blick auf Lars witzelte er „this one loves ist – I see it in your face!“. Und genau so ist es auch.
Das Set rockte von vorne bis hinten, es war richtig voll und der Kessel kochte. Und als es dann auch noch einen Song des kommenden Albums „Of Ghosts and Gods“ gab („Thy Serpent’s Tongue“), waren die Fans begeistert. Mit den Klassikern „In Shadows & Dust“ und „Crippled And Broken“ endeten dann geniale 45 Minuten.

Voivod @RHF2015Inzwischen waren schon Deserted Fear und Motorjesus am Autogrammstand an der Reihe gewesen, Voivod standen nun für ihre Fans zur Verfügung. Und dass man auf einem Festival meist nicht nur arbeitet, sondern selber auch Fan ist, bewies sich hier mal wieder, denn auch Fotografen freuen sich über ein Gruppenbild mit einer ihrer Lieblingsbands ;) Das fotografiert man dann doch wiederum besonders gerne…

Sanctuary @RHF2015Auf der Bühne wurde es dann wieder eine Spur ruhiger, Sanctuary betraten die Bretter, allen voran Warrel Dane. Die Stimmung sprang hier aber nicht so ganz auf das Publikum über, auch wenn die Musik wirklich nicht schlecht war – nur der Gesang ließ doch zwischendrin ein bisschen zu wünschen übrig. Die besten Tage – zumindest stimmlich gesehen – scheinen von Warrel Dane vorbei zu sein. Vor der Bühne war es dennoch voll, und im Fotograben irgendwie zunächst auch, war die Absperrung verschwunden? Nein, es schienen nur einige Fotografen jetzt erst aufgewacht zu sein. Da hat man bei meiner Größe dann leider manchmal das Nachsehen – aber meist lassen einen die netten großen Kollegen dann vor :) Auch wenn Warrel Dane immer wieder das Publikum anzuheizen versuchte, bekam er doch nicht so viele Fäuste, Moshpit und Crowdsurfer wie noch Kataklysm, aber vielleicht haben sich viele dabei auch einfach ausgepowert. Auf der Setlist standen ingesamt 12 Songs, unter anderem der Titeltrack des aktuellen Albums „The Year The Sun Died“ aus dem Jahr 2014.

Doro @RHF2015Doro mag sicher nicht jeder, aber doch sehr viele und so wird es bei der Metal Queen erwartungsgemäß richtig voll im Amphitheater und das Publikum geht entsprechend ab. Die Ansagen mögen teils ein wenig nerven – weiß aber so jeder, von wann welcher Song ist, der als nächstes gespielt wird. Und „Denglisch“ ist halt auch modern (oder nicht?).
Der Sound ist geil, die Show ist klasse, das Backdrop sieht cool aus – was will man mehr? OK, manch einer kann die Ballade „Für immer“ vielleicht nicht mehr hören, aber das gibt Zeit, sich schnell noch ein Bier zu holen ;) Besonders abgefeiert wurden natürlich der letzte Song des regulären Sets „All we are“ (welch Überraschung), aber auch „Evil“ und so richtig ab geht es beim Judas Priest Cover „Breaking the Law“. „Out Of Control“ und „Earthshaker Rock“ gab es dann noch als Zugaben, und dann war die Zeit auch schon rum – und wie im Fluge vergangen. Von Langeweile keine Spur.

Sanctuary @RHF2015Sanctuary gaben inzwischen mit guter Laune Autogramme und erfüllten auch diverse Fotowünsche der Fans – na und wenn dessen Akku leer ist, hilft man doch gerne aus und fotografiert den weit angereisten Fan mit der Band – wieder jemand glücklich gemacht.

Wie war das noch mit der Langeweile? Die sollte bei Kreator auf keinen Fall aufkommen, denn die haben das Amphitheater dann gründlich abgerissen. Von der ersten Minute an Brodelt der Kessel, die Haare Fliegen, die Fäuste werden in die Luft gereckt, die Crowdsurfer schweben über die Menge und das Moshpit ist amtlich. Da braucht es kein „Rock Hard – totale Zerstörung!“ von Mille, das klappt auch so, doch die Fans geben nach seinen Ansagen immer noch mal ein bisschen mehr Gas.
Kreator @RHF2015Das Publikum wurde direkt mit „Enemy of God“ begrüßt und die geile Setlist setzt sich mit „Terrible Certainty“ über „Phobia“ fort. Ein geiles Lied reiht sich an das andere.
Nicht nur Mille ist der Meinung, dass das Rock Hard ein „Festival von Fans für Fans“ ist, das merken auch alle im Publikum. Es ist immer wieder toll.
Die Licht- und Bühnenshow von Kreator sucht seines gleichen, denn sogar eine Videoleinwand haben die Ruhrpottler aufgefahren, die die Songs noch mal passend untermalt. Natürlich gibt es jede Menge Pyros (vorne müssen alle verbruzzelt sein) und zu „Warcurse“ bedient Mille himself dann die Nebelmaschinenpistole.
Kreator @RHF2015Der einzige Kritikpunkt am Auftritt ist der Sound. Vor allem bei „Flag of Hate“ gab es fiese Rückkopplungen und insgesamt war es einfach zu laut. Bass und Schlagzeug überdröhnten teilweise alles, grade zum Ende wurde es gefühlt immer schlimmer. Doch im Moshpit dürfte das kaum einen gestört haben – wenn es denn überhaupt aufgefallen ist. Ich habe mich mal wohlweislich auf die Ränge des Theaters zurück gezogen – von da fotografiert sich die Show im Ganzen dann doch besser. Und Motive gab es wahrlich genug!
Nicht nur das Publikum wollte nicht, dass der Auftritt endet, auch die Band schien nicht aufhören zu wollen, denn sie überzogen doch deutlich die normale „Sperrstunde“, aber egal.. „Until Our Paths Cross Again“ war dann der letzte Song, man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist…
Ein absolut geiler Abschluss für den Samstagabend – und für mich die geilste Band mit der besten Show des Festivals. Nackenschmerzen inklusive ;) (bin wohl nicht mehr im Training…)

Samstag 23.05.2015

Running Order

12:45 – 13:23 – Deserted Fear
13:45 – 14:25 – Motorjesus
14:45 – 15:30 – Voivod
15:50 – 16:35 – Avatarium
17:00 – 17:45 – Kataklysm
18:15 – 19:15 – Sanctuary
19:45 – 21:00 – Doro (Early Days Metal Show!)
21:30 – 23:00 – Kreator

Autogrammstunden

15:00 – 15:45 – DESERTED FEAR
16:00 – 16:45 – MOTORJESUS
17:00 – 17:45 – VOIVOD
18:00 – 18:45 – AVATARIUM
21:00 – 21:30 – SANCTUARY

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