Cover: redhanded - closer
Cover: redhanded - closer

redhanded wurden quasi „auf frischer Tat ertappt (caught redhanded)“ und müssen sich nun vor Ihren Fans und Hörern verantworten. Ihnen wird angelastet, sie würden ihre eigene Auffassung des „Modern Rock“ nun schon über vier Jahre lang verbreiten. Ihr Album „cross_roads“ war ein sicheres Beweisstück und die Band wurde schuldig gesprochen. Doch es handelt sich um Wiederholungstäter und mit „closer“ liegt nun die zweite Scheibe vor.

redhanded spielen eine Mischung aus klassischem Rock mit vielen Gitarren, aber abgeschmeckt mit eigener Würze. Sänger Bernd Fröhlichs Stimme und die emotionalen und tiefgründigen Texte verleihen der Musik nun noch die besondere Note. Da die 4 Musiker ihre ersten alternativen Rock-Erfahrungen „erst“ in den Neunzigern sammelten merkt man an der Frische der Kompositionen und des Musikstils bzw. des Sounds.

Letztes Jahr absolvierten sie 50 Konzerte in neun Monaten und erspielten sich eine Fangemeinschaft in und um Bayern. Auf ihren Konzerten erlebt man ehrliche Rockmusik und eine professionelle Show. Hier beweisen sie, dass sie unplugged auch eine Menge drauf haben und dass Töne auch leise gut klingen können. Mit der Menge an Können ist es auch nicht verwunderlich, dass sie diverse Band-Contests gewannen. Eine typische Rockband sind „redhanded“ aber dennoch nicht wirklich. So können Teile der Band eine klassische Musikausbildung in Klavier und Violine vorweisen. Fragt man die Band nach ihren Vorbildern, dann hört man Namen wie Smashing Pumpkins, Deftones, Muse, Silverchair oder auch Tool.

Line-Up:


Tracklist:

  1. in a maze
  2. hey god
  3. scapegoat
  4. freedoom
  5. disappear
  6. world in your head
  7. funeral
  8. someone told me
  9. knowhere
  10. army walk
  11. absolution
  12. slipping away (acoustic)
  13. self-blame mechanism (acoustic)

Anspieltipps:

*in a maze*
Der Anfang hört sich irgendwie an wie ein trabendes Pferd. Der Song fängt relativ harmonisch harmlos an und geht in einem kräftigen fast schon metal-ähnlichen Gesang über. Der Song geht ins Ohr.

*slipping away*
Der Song ist zur Abwechslung mal mit Akustikgitarren eingespielt. Eine wirklich schöne Ballade die zeigt, dass redhanded nicht nur „Krach“ machen können, sondern auch ein Händchen für Balladen besitzen. Und da hört man keinen schiefen Ton, da ist alles perfekt.

*knowhere*
„knowhere“ ist einer meiner echten Lieblingssongs auf der CD. Besonders genial finde ich das Intro – erinnert gewaltig an das Intro von AC/DCs „Thunderstruck“. Während des ganzen Songs findet man diese Gitarrenläufe immer wieder. Der Gesang ist schön melancholisch und die Bässe lassen es richtig krachen.

Fazit:

Es ist fast schon unmöglich redhanded mit einer mir bekannten Band zu vergleichen. Als Orientierung kann ich z.B. Soundgarden nennen, aber selbst da ist der Vergleich eher schwer. redhanded machen ihr eigenes Ding. Die Songs strotzen nur so von Kraft, Melancholie, Freude und absolut angenehmen und hitverdächtigen Kompositionen. Die Gesangsstimme von Bernd Fröhlich ist sanft und kräftig zugleich und kommt sehr angenehm rüber. „Closer“ ist eine der besten Modern-Rock CDs, die mir in der letzten Zeit untergekommen ist. Besonders toll finde ich auch, dass zwei Powerfrauen am Start sind, die ihre Instrumente perfekt beherrschen. 9/10 Punkten. Die CD kann zum Preis von 10 Euro direkt bei der Band bestellt werden.

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