Cover: Punchers Plant - State Of Fear
Cover: Punchers Plant - State Of Fear

Für die CD, die ich gerade in meiner Hand halte, haben sich fünf Münchener Jungs über ein Jahr Zeit genommen, all ihre Energie reinzustecken. Fünf Freunde, die zusammen die beste Zeit ihrer Jugend erlebt haben. Durch diesen Zusammenhalt haben sie am Ende ihr Ziel erreicht: Ein Album, auf das sie stolz sein können. An ein Album war in der Anfangszeit 2005 aber noch nicht zu denken. Die erste gemeinsame Bandprobe fand im Kellergeschoss einer Kirche statt und mehr schlecht als recht versuchten die fünf blutigen Anfänger, NOFX und Pennywise Songs zu covern. Aller Anfang ist eben schwer, aber mit der Zeit entstanden genügend eigene Stücke, um sich damit auf die Bühnen Münchens zu stellen. Bereits ein Jahr später (im Jahre 2006) bekamen „Punchers Plant“ die Chance, zwei Demo Songs in der SAE aufzunehmen. Die dort entstandenen Songs wurde nun verschickt und so verschafften sie sich Auftritte und Gelegenheiten, an diversen Band-Contests teilzunehmen. Die Songs wurden sogar als Hintergrundmusik für zwei Actionsport DVDs verwendet. Die Bühnen wurden größer und die Ansprüche an sich selbst ebenso. Nun hieß es „proben, proben, proben“, um das Publikum zu überzeugen und es sich zu erspielen. Es folgte das Sprungbrett Bandcontest, bei dem sie sich als einer der vier Gewinner der Hauptrunde durchsetzen konnten. Der gewonnene finanzielle Zuschuss war einer der Hauptgründe, wieso sie sich nun mal an einen Longplayer wagten. Er wurde aufgenommen und ein Cover wurde designed, das den sozialkritischen Songtesten gerecht wird. Und das ist den Jungs mit dem schwarz-weissen Coverartwork mit kleinen roten Elementen auch gelungen. Nach langer Suche wurde auch ein Label und ein Vertrieb gefunden und nun wird die fertige Platte ab dem 17.10.08 weltweit in den CD-Playern rotieren.

Line-Up:


Tracklist:

  1. No Enemy
  2. The Definition of Safety
  3. Like Playing Chess
  4. Dedicated to your Secret
  5. Rebellious Thoughts
  6. Six Feet Under Sorrow
  7. Still Breathing
  8. Nothing At All
  9. Call From Nigeria
  10. Three Second Season
  11. Of Trains And Wishes
  12. Puzzle
  13. A Parasite’s Dream

Der Titel „State Of Fear“ – der „Staat der Angst“ – spiegelt den Inhalt und die Aussage der Songtexte wieder. Die Angst ist allgegenwärtig in unserem Leben und begegnet jedem einzelnen Menschen auf persönlicher und alltäglicher Ebene. Ängste wie Zukunftsangst, Angst vor den Mitmenschen, vor Arbeitslosigkeit, Existenzängste, Angst vor Umweltkatastrophen, Kriege oder Hunger sind sehr aktuell und jeder Mensch besitzt mindestens eine davon. Angst ist fast schon modern geworden. Und diese Ängste stellen ein Großteil der Texte auf dem Album lebhaft zur Schau. Angst macht aggressiv und hilflos.

„The most destructive element in the human mind is fear. Fear creates aggressiveness.“ Dorothy Thomson, american journalist (1893-1961)

Dieses Zitat steht begleitend zur CD in der offiziellen Presseinfo der Band. So viel zur Grundaussage. Die Band bezeichnet ihren Musikstil als „ehrlichen melodic Hardcore“ – was ich hier aber höre ist astreiner Punkrock mit oldschool Einflüssen. Und gleich von Anfang an prügelt der Sound nach vorne. Der Gesang wirkt rotzig und aggressiv und die Melodie hat einen sehr eingängigen Charakter. Hier merkt man sofort, dass das nötige Gespür für diese Art von Melodien vorhanden ist. Die Gitarren sind fett, verlieren aber nie ihren Sinn für die Melodie. Und genau diese Melodie ist es, mit der sich die Band von anderen Punkrock Bands abheben kann. Einziger Kritikpunkt ist der Gesang, der manchmal nicht zornig genug rüberkommt. Wenn dies mal der Fall ist, springen die Gitarren ein, um den Part zu übernehmen. Grundsätzlich zieht sich dieser Stil durch die ganze CD – nur „Of Trains And Wishes“ schlägt ruhigere Töne an. Mit Akustikgitarren und Violinen wird Hoffnung geweckt und schon merkt der Hörer, dass bei Sänger Philip nicht immer nur die harten, schreienden Töne an erster Stelle stehen. Ruhig und sanft steht ihm auch ziemlich gut. Nach dieser kurzen Verschnaufpause geht’s aber wieder mächtig los, bevor die CD nach zwei Songs endgültig zu Ende ist. Ein atemloses Ende.

Reinhören lohnt sich hier auf jeden Fall. Es gibt durchaus CDs, die ich nach 5 min Hören wieder ausschalte, oder die ich mehrmals hören muss, bis ich endlich Zugang zu den Songs bekomme. „State Of Fear“ ist ein Exemplar, dessen Aussage und dessen Musik sofort ankommt. Die Schwachstellen im Gesang sind vergessen, wenn man erkannt hat, dass hier ein absolut tolles Songwriting dahintersteckt. Hört es Euch doch einfach mal an und wenn es Euch gefällt, dann kauft das Teil. 8/10 Punkte.

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