Cover: Martin Kilger - Nackt Martin Kilger hat’s schon nicht leicht: Zwischen zwei Shows wurde sein Bandbus aufgebrochen und das gesamte Equipment, samt persönlichem Hab und Gut entwendet. Also was tun? Die einen fluchen, andere schreiben Songs und zur zweiten Gruppe gehört der Wahl-Hamburger Martin Kilger. Nackt bis auf die Haut und sehr akustisch präsentiert sich Martin auf zwölf sehr persönlichen Songs. Als Absolvent der Kölner Kunsthochschule für Medien beherrscht der 1975 in Tübingen geborene Martin Kilger sowohl sein Handwerk als auch die Kunst der kleinen und großen Dramaturgie. Das bewies er schon als Regisseur für Videoarbeiten von u.a. Xavier Naidoo und die Brothers Keepers, die prompt für den „Echo“ und den „Comet“ nominiert wurden. Mit der aktuellen Single „Der Garten“ ermöglichte uns Kilger bereits im Juli einen ersten Einblick in das „Nackt“-Album. Waren es in der Vergangenheit die gemeinsamen Arbeiten mit z.B. Xavier Naidoo oder Franky Ziegler (Panik), sind es aktuell auf „Nackt“ der Rapper Metaphysics, bekannt durch die Söhne Mannheims oder MellowBag.

Tracklist:

  1. Unplugged
  2. Wir müssen reden
  3. Spiegelbild
  4. Zoonclaan
  5. Siehst du die Sonne
  6. Geh mit dem Tag
  7. Fly
  8. Wirklichkeit im Traum
  9. It don’t matter
  10. Der Garten
  11. Kleiner
  12. Liebe

Und besagter Rapper fackelt beim letzten Album-Track „Liebe“ ein Solo-Rap-Feuerwerk der Extraklasse ab. Auch die fabulösen „Sarahjammin’“ aus Hamburg, die sich sogar (splitter-)„Nackt“ auf dem Back-Cover der CD präsentieren, sind mit dabei. „It Don’t Matter“ ist die einzige englisch-sprachige Nummer auf dem Album, auf der deren Sängerin Sarah Jane McMinn (u.a. auch Chorsängerin bei Ina Müller) ihre kraftvolle Soul-Stimme in einer kompromisslosen Unplugged-Version unter Beweis stellt. Martin Kilger beweist auf „Nackt“, dass er ein echtes Multitalent ist. Das musikalische Gerüst der Songs ist ein düsteres Piano, welches von Percussions, Akustikgitarren und gelegentlich fetten Hip Hop Beats umspielt wird („Zoonclaan“). Aber auch ruhigere, verträumte Songs sind auf der Scheibe zu finden und Martins charakteristische Stimme lässt uns gespannt zuhören, was er zu erzählen hat. Der Song „Der Garten“ wurde am 13.08.2010 als Single ausgekoppelt und war mit seinen bittersüßen Textpassagen und dem groovenden Rhythmus ein gelungener Vorgeschmack auf das Album. Denn trotz akustischer Instrumente groovt es auf dem Silberling ganz schön – irgendwo zwischen den Söhnen Mannheims, den Fantastischen Vier und Jan Delay. Ein Hördurchgang wird auf jeden Fall nicht reichen, denn an allen Ecken und kanten lauert die Abwechslung und Martin hat immer wieder eine kleine Überraschung parat. Ich muss zugeben, dass mir der Zugang zu dieser Art von Musik ein wenig fehlt, aber es ist nicht schwer zu hören, dass hier ein echtes Multitalent am Werk war. Soul, Swing, Jazz oder auch Hip Hop: Hier ist von allem ein wenig zu finden.

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