Bandfoto Winterland

Da ich in nächster Zeit keine Gelegenheit habe die Band „Winterland“ live zu sehen um sie mit Fragen zu löchern, habe ich den Gitarristen Markus per eMail interviewt. Hier erfahrt ihr einiges über Winterland aus erster Hand.

Venue Music: Wie seid ihr auf den Namen „Winterland“ gekommen? Hat der Name irgendeinen bestimmten Hintergrund oder wurde der eher willkürlich gewählt?

Markus: 1995 hatte ich ein Instrumental-Solo-Album aufgenommen, auf dem sich ein Song namens „Winter’s breath“ befand. Dadurch kamen wir auf den ähnlich klingenden Namen Winterland, was primär dadurch begründet wurde, dass wir seinerzeit die ersten Bandfotos an Weihnachten 1996 im Schnee machten.

Venue Music: Wo kommt ihr her? Seid ihr alle aus einer Gegend?

Markus: Stephan, Charly und ich stammen ursprünglich aus Rheinland-Pfalz und sind alle in der Gegend um Kaiserslautern aufgewachsen. Obwohl,… Charly ist Amerikaner und in Okinawa geboren, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Christian ist unser Quoten-Saarländer in der Band, er stammt aus Saarlouis.

Venue Music: Seid ihr alle befreundet oder habt ihr die Band per Anzeige gegründet? Was verbindet euch?

Markus: Hier muss ich etwas ausholen. Charly und ich spielten bereits 1989 bis 1990 zusammen in der Band Go 90, während Stephan und Christian von 1993 bis 1996 beide Mitglieder bei Centaron waren. 1996 gründete ich dann ein Projekt mit Stephan und Christian, aus dem später Winterland wurde, anfangs noch in etwas anderer Besetzung mit Thorsten Fries am Gesang und Holger Kuntz am Bass. Nachdem die erste Winterland-Besetzung im Sommer 1998 zerfiel, konzentrierte ich mich auf das Schreiben und Aufnehmen neuer Songs in meinem Homestudio, und Stephan übernahm den Lead-Gesang. Im Sommer 1999 besuchten wir dann Christian an dessen Geburtstag und schenkten ihm eine CD mit unseren Aufnahmen. Da die Songs Christian sehr gut gefielen und auch im Internet positive Resonanzen verbuchten (z. B. auf www.mp3.com), beschlossen wir kurzerhand, aus dem Studioprojekt wieder eine voll funktionsfähige Band zu machen. Ich rief meinen alten Weggefährten Charly an, und im Handumdrehen war das neue Line-Up komplett, das nunmehr seit September 1999 in unveränderter Besetzung agiert.

Venue Music: Ist die Band „Winterland“ das einzige Projekt oder spielt jeder von euch noch in einer anderen Band?

Markus: Stephan ist ab und an im Pfalztheater in Kaiserslautern aktiv und hat aktuell ein Engagement in der „Rocky Horror Picture Show“. Ansonsten sind die musikalischen Aktivitäten ausserhalb der Band eher rar gesäht.

Venue Music: Wenn man ein Konzert von euch besucht erspäht man einen Pappmaché-Hund, der immer am Schlagzeug steht. Hat der einen Namen? Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Ist das so eine Art Maskottchen?

Markus: Das Pappmaché-Wauwau gehört zu Christian, nennt sich „Winterhund“ und ist in der Tat unser Band-Maskottchen.

Venue Music: Wer schreibt von euch die Texte und wie muss man sich das vorstellen? Setzt ihr euch zusammen und grübelt über den Text und den Song, oder sind die Aufgaben in der Band verteilt?

Markus: Eine Aufgabenverteilung innerhalb der Band existiert nicht, jeder kann und darf sich in jeder erdenklichen Art und Weise einbringen. Allerdings sieht es so aus, dass ich die Musik bis dato im Alleingang komponiere. Das Arrangement erarbeiten wir jedoch gemeinsam im Proberaum, denn viele Köche bringen bekanntermaßen auch etwas mehr Würze mit ein. Hinsichtlich der Texte ist zu sagen, dass Charly, Stephan und ich die Lyrics verfassen. Teilweise schreibe ich Songs ganz alleine, „In the end“ beispielsweise stammt ausschließlich von Stephan und Charly. Grundsätzlich kann man nicht sagen, man setzt sich jetzt hin und schreibt einen Text. In der Regel ist man durch private Situationen oder Ereignisse im aktuellen Zeitgeschehen inspiriert und bringt dann seine lyrischen Ergüsse mehr oder minder spontan zu Papier.

Venue Music: Wie würdet ihr euren Musikstil bezeichnen?

Markus: Handgemachter Melodicrock abseits kurzlebiger Trends.

Venue Music: Was habt ihr für Berufe?

Markus: Charly ist Diplombiologe und promoviert derzeit, Stephan arbeitet in der EDV eines Kreditinstitutes, Christian ist Schuhtechniker und ich habe Betriebswirtschaft studiert.

Venue Music: Das neue Album steht ja kurz vor der Veröffentlichung: Hat der Titel „Personality“ eine tiefere Bedeutung für euch? Wie seid ihr darauf gekommen?

Markus: „Personality“ ist der unserer Meinung nach eingängigste aller neuen Songs, deshalb haben wir ihn als Opener und Namensgeber für das Album gewählt. Anonsten passt der Titel auch sehr gut in das textliche Gesamtkonzept des Albums, denn bei den meisten Songs dreht es sich um den Glauben an sich selbst und das Finden von und Festhalten an der eigenen Identität.

Venue Music: Werden auf dem Album auch wieder Coversongs drauf sein? Kannst Du da schon etwas verraten?

Markus: In der Tat hatten wir überlegt, die ein oder andere Coverversion aufzunehmen, uns dann aber entschlossen, ausschließlich eigene Stücke zu featuren.

Venue Music: Wo habt ihr denn das Album aufgenommen?

Markus: Bei Willi Müller, einem guten Freund von mir. Sein Studio befindet sich in der Nähe von Kusel, und seine Website ist unter http://www.tonstudio-musicland.de abrufbar.

Venue Music: Habt ihr musikalische Vorbilder?

Markus: Stephan ist von zahlreichen Eighties-Bands beeinflusst (Depeche Mode, Duran Duran,…), Chris stammt eher aus der Heavy-Ecke (Dream Theater, Iron Maiden), Charly’s prägende Einflüsse sind Bands wie die Beatles, Eagles und Bon Jovi und ich entstamme einer Schnittmenge aus Poserrock (Tyketto, Dokken) und Eighties-Pop (INXS, Simple Minds,…).

Venue Music: Mit welcher Band würdet ihr gerne mal zusammen auftreten/arbeiten?

Markus: Eigentlich mit jeder mehr oder minder grossen Rockband, da gibt es keine speziellen Vorlieben.

Venue Music: Was haltet ihr von Tauschbörsen im Internet? Findest Du dass diese den Bekanntheitsgrad von eher unbekannten Bands steigern können oder werden dadurch eher weniger CD’s gekauft?

Markus: Ehrlich gesagt halte ich nicht sehr viel davon, denn durch die Tauschbörsen entsteht eine Art Subkultur, die den Konsumenten vorgaukelt, Musik sei grundsätzlich umsonst zu erhalten. Für Kinofilme bezahlt man ja auch Geld, aber der Absatz von CD’s ist in den letzten Jahren drastisch gefallen.

Venue Music: Was hälst Du von Kopierschutz auf Audio-CDs? Habt ihr schonmal darüber nachgedacht einen auf eure CDs zu packen?

Markus: Diese Methode setzt an der Wirkung an, erfasst aber nicht die das ursächliche Problem. Meiner Meinung nach nicht effektiv und kommt für uns auch nicht in Frage.

Venue Music: Habt ihr für die Zukunft Wünsche oder neue Pläne was die Band angeht? Bekommt ihr viel Feedback von den Leuten?

Markus: Was die Zukunft anbelangt, lassen wir uns überraschen. Es ist angedacht, in naher Zukunft eine Maxi-CD gemeinsam mit einem namhaften Produzenten aufzunehmen, Details kann ich diesbezüglich aber noch nicht preisgeben. Was das Feedback anbelangt, so muss ich leider sagen, dass wir uns etwas mehr Rückmeldungen, insbesondere nach Konzerten, wünschen würden, denn auch von konstruktiver Kritik profitiert man grundsätzlich immer.

Venue Music: Möchtest Du den Lesern noch etwas mitteilen?

Markus: Herzlichen Dank an alle, die das Interview gelesen haben!

Venue Music: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen so ausführlich zu beantworten! :-)

Interview geführt von Andrea

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