Cover: J.B.O. - Rosa Armee Fraktion
Cover: J.B.O. - Rosa Armee Fraktion

Nachdem man den Fans im vergangenen Jahr den sehnlichen Wunsch nach einem „Live-Album“ erfüllt hatte, konnten sich JBO im Frühjahr an die Arbeit für ihr nächstes Studioalbum machen. Das Ergebnis ist eine bunte und feuchtfröhliche Spaß-Mischung bei der fast kein Bereich des täglichen Lebens unberührt bleibt.

Line-Up:

Tracklist:

  1. Wem nutzt das schon
  2. Arschloch und Spass dabei
  3. Ich will Lärm
  4. Faulheit siegt
  5. Girls Girls Girls
  6. 1001 Nach
  7. Rosa Armee Fraktion
  8. Ich lebe für Schafskäse
  9. Weichspüler
  10. Enthusiasmierte Harmonielehre
  11. Du bringst mich um
  12. Ich vermisse meine Hölle
  13. La Ichobein
  14. Tschibum
  15. Ich bin der Hit

Wem nutzt das schon
Im Opener werden, der guten Manieren wegen, gleich mal die Promies aus In- und Ausland bedient. Wie weit die Reime von der Wirklichkeit abweichen oder ob es wirklich stimmt, bleibt der Fantasie des Hörers überlassen. Der Titel präsentiert sich flott, rockig und geht leicht verständlich ins Ohr.

Arschloch und Spass dabei
Schon der Titel des Liedes ließ darauf schließen, das es möglicherweise ein Konzerthit mit „Verteidigerqualitäten“ werden könnte – und die Fans werden nicht enttäuscht, eine neue Hymne in Schwarz, Rosa, Gold ist geboren.
Ein Cover auf „Fire Water Burn“ von der Bloodhoundgang der sich mit den Vorurteilen beschäftigt, mit denen J.B.O. immer wieder konfrontiert werden – doch den Schandmäulern wird hier kräftig der Marsch geblasen!

Ich will Lärm
Die Single, die vor dem Album veröffentlich wurde, musste sich in den Charts weit unter ihrem Wert schlagen. Sie erinnert stark an „Ich möchte so gerne Metal hören“ aus dem letzten Album „Sex Sex Sex“ ist aber noch „melodischer“ und der Stimmer und Person von Hannes wie auf den Leib geschneidert. Dieser Song wird auf den Konzerten auf keinen Fall fehlen dürfen!

Faulheit siegt
Im Gegensatz zum vorherigen Titel, wird es hier wieder etwas gemütlicher – Rockige Strophen und softe, kindlich anmutende Refrains. Götz Widmann gibt sich als biergeiler Sensenmann ein Stell-Dich-Ein.

GirlsGirlsGirls
Hier fühlt man einem der verzwicktesten Rätsel der Menschheit auf den Zahn: Frauen, und wessen Stimme wäre geeigneter für diesen Titel, als die das Vito C.? Ein Cover auf den gleichnamigen Song der Sailors.

1001 Nacht
Vielleicht ist dieser Song ja in Anlehnung an den Film „Harte Jungs“ entstanden, wo man das selbe Problem hatte, wie hier beschrieben: Sicher kann ich dir treu sein, aber das muss ich erst mit meinem Penis besprechen. Eine plausible (?) Rechtfertigung für wechselnden Geschlechtsverkehr verpackt in teilweise orientalische Klänge, wie der Titel ja bereits vermuten lässt. Der Song verleiht dem Ausdruck „schwanzgesteuert“ einen neuen Hintergrund.

Rosa Armee Fraktion
Hier kommt die Politik, wahrscheinlich auch im Hinblick auf die kommenden Wahlen in Deutschland, ganz auf ihre Kosten – unter einer Rosa Herrschaft wär alles ganz anders. Parteiwerbung einmal anders, da könnten sich Gerd und Ede ruhig ein Scheibchen abschneiden. Doch auch bei JBO gibt’s klare Regeln, und wer sich nicht daran hält, bzw sich nicht daran hält, muß abdanken :)

Ich lebe für Schafskäse
Sozialminister Ralph macht musikalisch untermalte Werbung für eine kleine Minderheit: Schafskäse und fordert mehr Rechte!

Weichspüler
Die Werbung regiert die Welt, und nur was hinreichend gut angepriesen wird, darf gekauft werden, aber wehe man greift zum falschen Produkt, da kann nur noch der Weiße Riese helfen. Das Thema „Markenzwang“ wird musikalisch aufbereitet und natürlich, wie könnte es bei J.B.O. denn anders sein, auf die Schippe genommen.

Enthusiasmierte Harmonielehre
Dur – Moll und das wars *g* genug für die erste Stunde.

Du bringst mich um
Die Waffen einer Frau schlagen ein wie eine Granate, und ihrem Bann entkommt keiner, das muß auch der große Holzmann spüren. Doch wer gleich an ein Lied á la „Ich glaube du liebst mich nicht mehr“ denkt, wird überrascht sein. Eine nicht so heftige Nummer, bei der die Lyriks ein bisschen auf der Strecke bleiben.

Ich vermisse meine Hölle
Hier ist unmissverständlich zu erkennen, welchen Bands J.B.O. nicht besonders wohlgesonnen sind, darum machen sie aber nie viel Hehl. Ein Cover von Zlatkos „Ich vermiss dich wie die Hölle“ bei dem es im groben darum geht, dass nicht mal der Teufel die Musik von Britney Spears und Co. verkraften kannt. Jenny Vexer, bekannt als „Kitzmann Jenny“ darf bei dem Song auch ein bisschen mitspielen.

La Ichobein
Ein Medley, beginnt schuldlos, aber dabei bleibt es bekanntlich ja nicht; es werden deutschsprachige Lieder aus der Kiste von Heinz Rühmann dargeboten.

Tschi-Bum
Ein Song auf fränkisch (ich nehm mal an, es ist fränkisch :). Thema: Mann – Frau es fängt zwar meistens gut an, aber sobald man dien Ring am Finger hat geht es mit den Sorgen los.

Ich bin der Hit
Ein absolut Zweideutiges Stück, hier muß man dreimal nachdenken, wie das jetzt gemeint ist, aber, wenn Vito dabei die Stimme schwingt sollte die Frage ja nicht so schwer sein.

Am Ende der CD verkündet die Rosa Armee Fraktion noch eine sensationelle Neuigkeit!!

Erfreulich ist, wie schon im Vorfeld berichtet wurde, dass sich dieser CD die ganze Band beteiligt hat. Wolfram und Ralph haben sich sehr gut eingefühlt und nach der langen Tour zu einem festen Bestandteil der Band geworden, was auf der CD deutlich zu hören/spüren ist.

Bei diesem Album stechen einige Faktoren ziemlich deutlich hervor. Mit „Arschloch und Spass dabei“ hat man endlich ein Lied auf das Bandmotto gemacht, dass bei den Fans rasend gut ankommen sollte, weil es ein Cover ist, das bekannt und schon im Original ein Ohrwurm ist.
Mit „Ich vermisse meine Hölle“, „Wem nutzt das schon“ und „Rosa Armee Fraktion“ wird den Personen, die zuletzt die Seiten der Zeitungen bis über den gesundheitlich ratsamen Rahmen gefüllt haben, von dem hohen Rossen auf denen sie Logieren wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Offensichtlich wird, dass im Musikbuissnes der Gegenwart das Talent durch Promotion und Technik ersetzt wird, und dagegen kämpfen die Vier Verteidiger, nicht nur des Blödsinns, sonders auch der wahren Musik, an.

Auffällig ist auch, das neben den schon genannten Themen, auch der Bereich Frau-Mann-Beziehung oft zu finden ist. „1001 Nacht“, „GirlsGirlsGirls“, „Du bringst mich um“, „Tschi-Bum“, „Ich bin der Hit“, wobei man nicht behaupten kann, dass hier immer nur die schlechten Seiten verstärkt und interpretiert werden. Besonders bei „Du bringst mich um“ zeigt sich, das Liebe auch schöne Seiten hat – zumal es ja kein Geheimnis ist, dass Sänger Hannes in seine Freudin sehr verliebt ist.

Zusammenfassend kann man sagen, das unter dem Mantel des Blödsinns oft mehr steckt, als man auf den ersten Blick meinen möchte. Wenn kleine Besonderheiten verstärkt dargestellt werden, bei Comedy-Programmen ist es nicht viel anders, sind sie witzig, aber ihren wahren Kern verlieren sie, wenn es gut gemacht ist, nicht!

Fazit: Nach dem Album „Sex Sex Sex“, dem ersten bei dem Holmer und Schmitti nicht mehr dabei waren, wurde teilweise Kritik laut, doch mit der „Rosa Armee Fraktion“ sollte auch der letzte Zweifler verstummen, der sich insgeheim fragte, wie es jetzt weitergeht. Alle J.B.O. Fans kommen mit dieser CD auf ihre Kosten, und werden nicht enttäuscht. Eine bunte Klangwolke in gewohnter Blödelmanier!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.