Anläßlich des Albums „Hallucinations“ hat sich Cathrin mit Stian Dahl, der die Idee für dieses Projekt hatte, unterhalten. Die Rezension von Andrea findet Ihr hier. Aber lest selbst, was der Komponist und Gitarrist alles zu erzählen hat:

Cathrin (venue): Soundborne war nicht geplant aber Stian, Du hast viele Songs in einer sehr kurzen Zeit geschrieben. Hast Du auf eine solche Chance gewartet, um Deine musikalischen Ideen ausleben zu können?

Stian: Dieses Projekt war ein Teil meiner Träume seit meiner Kindheit, als ich anfing großartige instrumentale Musik zu hören. Von Klassik über eher Rock oder Jazz Künstler wie Steve Vai, Pat Metheny, Joe Satriani, Malmsteen, Al DiMeola, Jeff Beck usw.. Ich saß in meinem Kinderzimmer und hörte Musik im Dunkeln, weil es einfacher war die Musik zu analysieren, wenn keine störenden Elemente um mich herum waren. Ich saß da und folgte den verschiedenen Stimmen in vielen verschiedenen klassischen Stücken von Komponisten wie Beethoven, Grieg, Bach usw. Ich musste was die Musik angeht viel mental üben, weil meine Eltern ein Limit gesetzt haben, wie lange ich meine Gitarre spielen durfte, weil sie der Meinung waren, dass es viele wichtigere Dinge im Leben gibt als Musik zu machen. Ich denke, dass da oft mehr Mystik in instrumentaler Musik steckt da sie den Hörer die musikalische Landschaft oder die Story dahinter (wenn es eine gibt) ausknobeln lässt. Der Titel hilft oft zur richtigen Denkweise.

Cathrin (venue): Wieso hast Du Dich entschieden nur instrumentale Songs zu schreiben und aufzunehmen?

Stian: Das Timing war perfekt in dem Moment, weil wir uns durch die Aufnahmen des Debütalbums für meine alte Band Premacy gekämpft haben. Wir hatten alle wesentlichen Tracks fertiggestellt und dann wurde es Zeit für die Gesangsaufnahmen. Aber unser Sänger Thomas konnte wegen seiner großen Rückenprobleme nicht Tag für Tag im Studio sein. So wurden die Aufnahmetage kürzer und kürzer und wir mussten die Vorgebuchte Zeit im Studio mit etwas füllen. Und da ich einige Songs für ein Projekt fertig hatte, war es naheliegend, etwas ohne einen Sänger zu machen. Dann fingen wir an den Rest des Albums zu schreiben und das ging sehr schnell (ca. 14 Tage).

Cathrin (venue): Es gibt Rock-Gitarren, Akustik-Gitarren, Violine, Keyboard und viele verschiedene Ideen in Euren Songs. Was waren die größten Einflüsse?

Stian: Ich habe einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack, so denke ich, dass meine Ideen ein Schmelztiegel aus jeder Musik sind, die ich so gehört habe. Ich denke, dass eines der wichtigsten Sachen der Wechsel der musikalischen Landschaft ist wenn Du instrumentale Musik schreibst, da es so nicht langweilig wird für die Hörer. Man muss keine übertriebene Lead-Gitarre besitzen, die immerzu die Hauptmelodie rüberbringt. Dafür war es sehr natürlich, ein Keyboard, ein Cello und Violinen zu benutzen, weil es so perfekt in den Sound passt. Ich muss sagen, dass ich eine Vorliebe für das Cello habe, weil dieses Instrument so großartig klingt und einen so großen Tonbereich besitzt dass es meist überall passt. Die Violine hat eine Tendenz ein wenig dünn zu klingen.

Cathrin (venue): Du spielst in anderen Bands. Wie bringst Du die zeit auf, zusammen zu arbeiten? Ost es nicht manchmal schwer zu managen?

Stian: Seit meine vorherige Hauptband Premacy nun Geschichte ist, habe ich mehr Zeit Musik für eigene und andere Projekte zu kreiieren. Im Augenblick haben wir die Musik für meine Prog Rock Band abgeschlossen, das Album ist gerade in Produktion würde ich sagen. Ich liebe es Musik zu machen, so denke ich, das ich sehr frustriert und gestresst sein werde, wenn ich mal keine musikalischen Projekte zu tun habe.

Cathrin (venue): Du hast schon angefangen am zweiten Album zu arbeiten. Hast Du so viele Ideen, dass Du neue Songs in einer solch kurzen Zeit schreiben kannst?

Stian: Ich denke einer der wichtigsten Gründe ist, dass Arild und ich ein gut arbeitendes Team geworden sind. We haben meist sehr verschiedene Ideen und das gibt uns viele Möglichkeiten für jeden Song. Wir planen nicht so viel bevor wir schreiben, wir leiten die Songs in eine Richtung wo wir denken dass es natürlich ist während des Prozesses.

Cathrin (venue): Auf Eurer Myspace-Seite kündigt Ihr an, dass es einige Änderungen im Line-Up geben wird. Wieso? Willst Du Deine Band mit einigen anderen Musikern oder Instrumenten vervollständigen oder ist es ein echter Wechsel?

Torkil (Schlagzeuger) sagte, dass er sich auf weniger Projekte konzentrieren will und wir respektieren seine Entscheidung. So wird es einen anderen Schlagzeuger für das nächste Album geben. Ich möchte auch mehr orchestrale Dinge mit einem größeren Streicher-Ensemble und Holzbläser-Ensemble machen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.Cathrin (venue): Ich las, dass Ihr mit einem Sänger an Eurem zweiten Album arbeitet. Wieso? Was wird sich verändern?

Stian: Während dem Schreiben des zweiten Albums hatte ich das Gefühl, dass sich die Idee hinter der Musik ein wenig änderte. Ich fühlte, dass der Gesang einiges an Mystik welche wir auf dem ersten Album kreiiert hatten verschwinden ließ. So haben wir nun entschieden, dass die meiste Musik, die wir für das neue Soundborne Album geschrieben haben zu einer Band gehört welche Rick (Gesang) und ich seit einigen Jahre zusammen haben (Arbeitstitel VileDenial). In diesem Projekt ist der Gesang ein wichtiger Teil. Die Musik ist ein wenig härter und die Songs wurden länger. Es sind oft mehr Songs in einem Song. Das ist nun die erste Sache die angepackt wird, wir fingen an dieses Album ein paar Wochen vorher aufzunehmen. Arild und ich sind noch dabei, an der Musik für das neue Soundborne Album zu arbeiten und es fühlt sich authentischer an, dieses als ein instrumentales Projekt weiter zu führen.

Cathrin (venue): Werdet Ihr Konzerte spielen? Oder ist es nur ein Studioprojekt?

Stian: Es wird Konzerte geben. Diese Musik sollte live gezeigt werden. Aber es wird einige Probleme geben, da es viele Overdubs gibt. Eine Möglichkeit ist, dass Soundborne zusammen mit anderen Projekten gezeigt wird, mit denen ich live spiele.

Cathrin (venue): Wenn Ihr Konzerte spielt: Werdet Ihr nur instrumental spielen, oder könntet Ihr Euch vorstellen (vielleicht bei einigen Songs) einen Sänger zu haben und spezielle Live-Versionen der Songs zu machen?

Stian: Ich denke wie sollten die Songs so nah wie möglich an den aufgenommenen Versionen halten wie möglich, aber es gibt viele Möglichkeiten, einige andere Melodien hier und dort einzubauen.

Cathrin (venue): Ich hatte viel Spaß dabei Euer Album „Hallucinations“ zu hören. Man kann wirklich träumen wenn man es hört. Wie waren die Reaktionen des Publikums?

Stian: Ich denke das Feedback war bisher überwältigend. Die Idee hinter diesem Projekt war, nicht im Wettbewerb gegen die Charts Musik zu stehen. Ich denke es ist ein eingeschränkteres Publikum, welches unsere Musik hört. Aber diejenigen, die wirklich zuhören geben uns nette Komplimente. Aber es ist keine Musik, die man als Hintergrundberieselung anschalten kann, sie braucht wirklich die Aufmerksamkeit der Hörer :-)

Cathrin (venue): Ich wünsche Euch viel Spaß beim Arbeiten am neuen Album und viel Erfolg mit Eurem Album „Hallucinations“. Vielen Dank, dass Du mir meine Fragen beantwortet hast!

Stian: Vielen Dank für Dein Interesse an unserer Band und der Musik. Ende der Durchsage aus dem Land der Trolle!

Das Interview wurde per Mail geführt von Cathrin/Huepfmaus. Die Übersetzung hat Andrea/labormaus69 gemacht.

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