Impericon Never Say Die! Tour 2012Auch dieses Jahr fand wieder die IMPERICON NEVER SAY DIE! TOUR statt. Wurden in den letzten Jahren mehr auf Größen des Genres gesetzt, hagelte es dieses Jahr viele Fragen und Kritik. Wir wollten uns ein eigenes Bild machen und besuchten daher die Tour im Münchner Backstage.

Beim Betreten des Backstage Geländes war schnell klar, so voll wie die letzten Jahre, ist es dieses Jahr nicht. Einlass war ab 18 Uhr und der erste Act trat bereits um 18:30 Uhr auf. Dieses Jahr dachte sich die Tour, geben wir dem ganzen Event doch eine neue Facette und beginnen das Konzert mit einem der amerikanischen Dubstep Pioniere AT DAWN WE RAGE. Der Dubstep-DJ kam beim Publikum eher mässig an. Richtig warm wurde den Besuchern dabei nicht.

Nach einer kurzen Umbaupause hat die US-Metal-Electro-Band THE BROWNING ihren großen Auftritt im Backstage Werk. Die Jungs sind erst das zweite Mal in Deutschland unterwegs und auf alle Fälle sehenswert. THE BROWNING bedient sich verschiedener Einflüsse aus dem Metalgenre und geben ihrem Stil durch die Verschmelzung mit Facetten aus der elektronischen Musik eine völlig neue Richtung. THE BROWNING ist definitiv anders – im positiven Sinne – es macht Spaß ihnen zuzuschauen, auch wenn das Publikum erst nach einigen Animationen seitens der Band etwas mitfeiert. Es bildet sich sogar ein erster Circle Pit, aber leider hält dies das Münchner Publikum nicht lange durch.Wenn man dem Sänger so zusieht, wie er seinen Kopf immer wieder im Kreis herumschleudert, bekommt man selber das Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen. THE BROWNING überzeugt durch gute Musik und eine gute Show.

Anschließend kommen AT THE SKYLINES aus Kalifornien auf die Bühne. Das Publikum war bereits etwas angeheizt durch THE BROWNING aber leider schaffen es AT THE SKYLINES innerhalb einiger Minuten diese Feierlaune wieder abzukühlen. Nach drei Songs ist klar, dass leider alles gleich klingt und die Besucher des Konzertes sind bereits mehr draussen beim Rauchen sind als im Werk selbst. Auch mit der Aufforderung zu einem Circle Pit haben die Jungs wenig Erfolg.
Nach einer halben Stunde ist das Drama vorbei und OBEY THE BRAVE erscheinen auf die Bühne. Die Kanadier bestehen aus ehemaligen Mitgliedern von DESPISED ICON und BLIND WITNESS und eine relativ neue Metal-Hardcoreband. Am Publikum erkennt man, dass dies eine der Bands ist, auf die bereits gewartet wurde. Das Werk füllt sich wieder und die Jungs geben richtig Gas auf der Bühne. Und das erste Mal an diesem Abend funktionert auch der Circle Pit, die Münchner wachen auf und gehen auf die Aufforderung des Frontmanns ein. Auch die ersten Crowdsurfer werden aktiv und das Backstage gerät in Feierlaune. Im Großen und Ganzen machen OBEY THE BRAVE nichts Neues, aber es ist ein konsequenter Stil und es funktioniert, wie wir sehen können. Wir dürften noch öfters etwas von dieser Band hören.

Als nächstes kommen FOR THE FALLEN DREAM auf die Bühne.“Es kracht, es gröhlt, es ist laut“Das Publikum schaut sich gespannt die Show der US-Band an, aber wirklich mitgehen tun sie nicht. Der Frontmann erinnert an einen Flummy und neben einigen eher poppigen Songs überzeugen sie durch ihre harten Metalriffs und brutale Texte.

Auf die nächste Band hat wohl dreiviertel des Backstage Werks gewartet: STICK TO YOUR GUNS
Gleich zu Anfang heizen die Jungs aus Kaliforniern dem Publikum richtig ein und der Circle Pit hält sich dieses Mal. Während die Jungs die Bühne rocken, bewegen sich immer mehr Crowdsurfer durch den Raum. Das Publikum feiert. Als es darum geht, die Setlist auf der Bühne zu ergattern, folgen umso mehr Surfer. Ein faszinierendes Spektakel. Zwischen den Songs wurde viel geredet, ein bißchen zu viel für unseren Geschmack. Live sind STICK TO YOUR GUNS aber sehr stark und haben eine überzeugende Show. Nach deren Auftritt ging ein Großteil des Publikums, da STICK TO YOUR GUNS doch als heimlicher Headliner galten.

Die nächste Band, die die Bühne rocken soll, ist BLESSTHEFALL. Als Co-Headliner etwas deplaziert, dennoch schaffen sie es, das Werk leer zu spielen als das übrige Publikum zu halten. Der Gesang ist leider etwas zu dünn und auf Dauer wirken die Vocals eher störend als passend. Sehr schade – wir haben uns von dieser Band doch etwas mehr versprochen. Die übrigen Besucher geben auch nur 75%, immerhin schon etwas mehr als vorher. BLESSTHEFALL hatten ein schöne Show, aber überzeugten nicht wirklich.
Der Headliner des Abends sind WE CAME AS ROMANS. Brachial und mit viel Dampf kommen die Jungs auf die Bühne. Mit den Doppelvocals – einer screamt/einer singt. Die Arena des Werks füllt sich langsam wieder und die ersten Reihen schunkeln mit. Leider sind die Jungs etwas steif auf der Bühne, das Publikum reagiert dementsprechend und kommt nicht richtig in Stimmung. Kyle Pavone deutet dem Publikum an, dass er Stagediven möchte, setzt an, springt und schwupps weg ist er. Das Publikum hat ihn anscheinend fallen lassen, hebt ihn aber hoch und trägt ihn zurück zur Bühne. Respekt an den Sänger, dass er trotz angedeuteter Schmerzen weitermacht. The Show must go on…trotz allem erinnerten WE CAME AS ROMANS mehr an eine Boygroup als an eine Hardcore-Band.

Unser Fazit:
Die diesjährige IMPERICON NEVER SAY DIE! TOUR war bisher die schwächste, auf das Line-up bezogen. Außerdem hätte die Reihenfolge der Bands anders aufgebaut werden sollen, um das Publikum halten zu können. Ansonsten war das Event recht unterhaltsam, wenn man bedenkt, dass einige Fans im Muskelshirt, kurzen Hosen oder Shorts bei Schnee, Eis und Minusgraden 10 Minuten bis ins Backstage Werk gelaufen sind.

Weitere Infos zur Tour und den Bands:

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