Betzefer @ Zeche CarlIn der Zeche angekommen, war die Vorband schon dran. Doch erstmal auf zum Merchandise und dann rein in die Halle. Da ich zur Zeit (ja, es ist besiegelt, ich BIN alt ;) ) wegen meines Rückens etwas aufpassen muss, bin ich lieber am Rand der Bühne gelieben, um dem Gedrängel und Moshpit, was und bei GWAR erwarten würde, zu entgehen.
Bei Betzefer ging es um Publikum noch ruhig zu. Die Jungs aus Tel-Aviv haben in diesem Jahr ihr zweites Album „Freedom to the Slave Makers“ rausgebracht, von dem sie dann Songs wie „Doomsday“ oder „Bestseller“ mit im Set hatten. Sie waren ganz OK, aber 100%ig überzeugen konnten sie mich mit ihrer Musik nicht, hatten sich aber auch einige Fans mitgebracht. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch die Musik von GWAR nicht unbedingt total toll finde. Da geht es mehr um das Konzert-Erlebnis. Und genau das sollte auch folgen.
Fans bei GWAR @ Zeche CarlWer noch nie bei GWAR war, des kann sich wahrscheinlich nicht unbedingt vorstellen, wie so ein GWAR Auftritt aussieht. Erfahrene Fans kommen entsprechend vorbereitet: am besten mit weißen T-Shirts, Klamotten zum Wechseln (je nach dem, wo man steht, am besten von Socken bis T-Shirt alles dabei) oder sogar Taucherbrille. Wer gerne Bilder von der Show machen möchte, dem sei eine Unterwasserkamera empfohlen, es sei denn, er bleibt in sicherer Entfernung. Doch genau das wollten wir nicht, denn wo bleibt der Gag, wenn man nicht mitten drin steht?
GWAR @ Zeche CarlWenn GWAR auf die Bühne kommen, könnte man meinen, es seien Lordi, nur eine Nummer härter. Auch bei der Musik – da eher sogar 2 oder 3 Nummern.. Aber die abgeklebten Boxen, die eingeschweißten Setlists, so wie die mit Teppich belegte Bühne lassen in etwa erahnen was kommt: schon mit dem ersten „Showact“ wurde es ziemlich feucht im Publikum. Und das ist – vor allem in den ersten Reihen – noch milde ausgedrückt. Denn die Showacts verlassen die Bühne meist in Einzelteilen, bzw. fehlt ihnen dann so einiges, wobei dann die „Verunstaltung“ damit einher geht, dass „künstliches Blut“ (=eingefärbtes Wasser) ins Publikum gespritzt wird. GWAR @ Zeche CarlDieses Mal musste beim Song „Horror of Yig“ als erstes die Queen „leiden“. Letztes Mal stand ich genau vor den Showacts, dieses Mal konnte ich es vom Rand – und nahezu trocken – miterleben. Was sich als gute Wahl entpuppte, denn im Publikum ging es ganz schön ab. Als nächstes musste dann ein Hund dran glauben. Aber irgendwie war es so am Rande des Geschehens dann doch langweilig (und die Bilder wurden auch nicht so richtig was). In der Mitte gab es noch ein geschützes Plätzchen, so dass ich mich nach ca. der Hälfte des Sets dorthin geschlichen habe.. Vom Publikum bzw. dem Moshpit habe ich dann Dank des netten Fans hinter mir (den wir schon vom letzten Jahr kannten) auch nichts abbekommen. Er hat alles abgeschirmt. Aber für die erste Reihe war ich noch viel zu trocken dachten sich die Jungs auf der Bühne und so war ich beim nächsten Showact fällig – und danach klatschnass. Tja, so ist das eben auf einem GWAR Konzert. Sicher nicht jedermanns Sache und ein nicht alltägliches Erlebnis. Im Winter nicht unbedingt zu empfehlen, wenn man keine Trockenen Klamotten dabei hat.
GWAR @ Zeche CarlInsgesamt gab es 6 Showacts, auf der Setlist stand noch „Gaga“ bei Song „Metal Metal Land“, doch auf Lady Gaga wartete man vergeblich. Interessant ist das Publikum bei GWAR: man erkennt die erfahrenen Konzertgänger, die alles vorne miterleben wollen, dann sind einige da, die sich lieber in sicherem Abstand zu Bühne aufhalten. Aber auch ganz vorne waren einige mit dabei, wo man sich denkt „was machen die denn hier?“, die sich dann aber doch als echte GWAR-Fans entpuppen und voll mit dabei sind. So kann man sich manchmal täuschen.
Sehr genervt hat der Typ, der mehrfach von der Seite aus auf die Bühne geklettert ist, um dann ins Publikum zu springen. GWAR @ Zeche CarlDa damit aber keiner gerechnet hat, war das für einige, auf denen er gelandet ist nicht sonderlich angenehm und nachdem beim dritten Mal der neben mir seinen Fuß ins Gesicht bzw. auf die Nase bekommen hat (zum Glück wars nicht so schlimm und das echte Blut im Gesicht hörte schnell auf), haben wir uns den erstmal „geschnappt“ und ihn mal aufgeklärt, dass das ne Scheissidee war. Wenigstens hat er sich direkt entschuldigt und dann auch aufgehört. (Gegen Stagediver ist ja an sich nichts einzuwenden, aber man sollte schon sehen, dass da jemand auf einen zugeflogen kommt…)
GWAR @ Zeche CarlSo alles in allem war das Konzert zwar gut (und sehr nass), aber ein paar Hits wie „Ham on the Bone“ haben gefehlt. Letztes Jahr gab es auch -gefühlt- mehr Showacts (und der Blick auf die Setlist von letztem Jahr gibt mir Recht).
Dennoch ein amüsanter Abend, den man nicht allzu oft erlebt. Die Leute in der Bahn haben uns auf dem Heimweg auch recht sonderbar angesehen, so versifft, wie wir waren.
Daheim war dann Schrubben in der Badewanne angesagt, erst nach einer Stunde waren wir wieder halbwegs sauber. Aber das nimmt man gerne in Kauf. Bis zum nächsten GWAR Konzert!

Reichlich Fotos des Abends könnt Ihr Euch ja schon länger hier bei uns anschauen :)

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