Cover: Eisbrecher - SchockNach knapp 3 Jahren Wartezeit wird es wieder richtig kalt: Eisbrecher haben ihr neues Album „Schock“ veröffentlicht. Das ist schon fast lange für die Eisbrecher-Fans, denn bisher waren sie einen 2-Jahres-Zyklus gewohnt.. doch dafür hat sich das Warten auf das inzwischen sechste Album gelohnt. Mit gewohnter und noch ausgeprägterer Härte in Kombination mit Elektrosound bekommen wir von Eisbrecher so richtig was auf die Ohren.

Bereits mit ihrem letzten Album „Die Hölle muss warten“ waren sie sehr erfolgreich – Platz 3 der Deutschen Charts. Es bleibt abzuwarten, ob „Schock“ dies noch toppen kann.

„Volle Kraft voraus“ zeigt direkt die Richtung des Albums an, es geht mal so richtig vorwärts. Kraftvolle Gitarren, Elektro, aber auch cleaner Gesang zwischendurch zeigen schon mal, wo es lang geht. Direkt mein Highlight ganz am Anfang des Albums. Ganz Eisbrecher, richtig rockig..

Alles was wir tun, zeichnet uns, vor allem wenn wir auf volles Risiko gehen. Doch genau das macht uns auch aus. Den Song „1000 Narben“ zeichnet wieder der rockige Unterton aus, viel Elektro gibt es hier nicht. Dieser Titel war bereits auf der vorab veröffentlichten Single und gefällt mir ebenfalls sehr gut.

Pressefoto: Eisbrecher - Schock (Credit: Holger Fichtner)Der Titelsong des Albums „Schock“ hat einen düsteren Unterton und beschreibt, wie es heute ist: wirklich schocken kann weder einen selber noch die Gesellschaft wirklich viel, auch was die Musik betrifft. Die Zeiten des entsetzten Aufschreiens bei vielen Dingen ist vorbei, dafür „sind alle schon zu übersättigt“ (so Käptn Alexx im Interview mit der Bild).

Beim nächsten Titel bekommt Alexx beim Gesang weibliche Unterstützung. Es geht um die Liebe, wobei hier ein Part alles dafür tun würde, der andere aber zu viel „Zwischen uns“ sieht. Bis auf einen kleinen Part (zu langer Gesprächspart ohne Musik – wobei er gar nicht soo lang ist, mich aber irgendwie stört und ein zu großes Break darstellt) finde ich den Song wirklich gut. Ein ganz klar typischer Eisbrecher Song. Elektro wechselt sich mir harten Gitarrenriffs ab.

Wesentlich langsamer ist da „Rot wie die Liebe“. Ein Song für die schwarze Szene. Düster-elektro. Aber dennoch avanciert er zum Ohrwurm..

Mit „Himmel, Arsch und Zwirn“ bricht wieder die Wut auf das Leben heraus. Dies natürlich unterstützt von den Gitarren, die die monotonen Elektroparts – wie unser monotones Leben – ablösen. Rockt und groovt mal so richtig gut.

Eisbrecher @Blackfield Festival 2011Mit dem nächsten Song „Schlachtbank“ wurde ich auch nach wiederholtem Hören nicht warm und bin eher dazu übergegangen, ihn zu überspringen. Romantisch, Soft, Liebeslied (mal wieder eine unglückliche Liebe).. aber es plätschert so dahin… für mich das schwächste Lied des Albums.

Doch dieser kleine Tiefpunkt ist mit „Dreizehn“ schnell wieder überwunden. Hier groovt es doch deutlich mehr. Eine Mischung aus düsterem Elektro und rockigen Gitarren zum Haare schütteln.

Ähnlich weiter geht es mit „Unschuldsengel“. Wenn da auf den Konzerten keine Haare fliegen dann ist irgend etwas schief gelaufen.

Wieder mehr in Richtung Elektro geht es mit „Nachtfieber“, was mich aber auch nicht ganz überzeugen kann. Es ist teils dann doch irgendwie zu poppig. Nicht wirklich schlecht, mit einigen netten Parts, aber auch kein Highlight.

Weiter mit der Liebe geht es bei „Noch zu retten“, bevor es dann zu „Fehler machen Leute“ so richtig abgeht. Da sind wir auf jeden Fall wieder in der harten Ecke angekommen. Der Titel des Songs spricht für sich.. denn wie heißt es noch „aus Fehlern lernt man“ und „learning by doing“. Perfekt ist niemand und auch Erfahrungen durch Fehler formen jeden zu dem was er ist.

Eine Midtemponummer folgt dann mit „Der Flieger“ – das nächste Liebeslied – , bevor „So oder so“ das Album abschließt. Das ist noch mal Neue Deutsche Härte par excellence. Ein guter letzter Song.

Fazit:

Ingesamt muss man sagen, dass das Album typisch Eisbrecher ist und doch das härteste bisher. Der Fokus liegt auf den Gitarren, wobei die elektronischen Parts nicht zu kurz kommen. Das Album hat einige Highlights und nur wenige Schwächen.
Meine persönlichen Favoriten sind „Volle Kraft voraus“, „1000 Narben“, „Himmel, Arsch und Zwirn“, „Dreizehn“, „Fehler machen Leute“ und „So oder so“. Insgesamt die härteren Stücke – wobei meine Lieblingssongs von Eisbrecher allgemein „Schwarze Witwe“ und „Vergissmeinnicht“ sind, die eigentlich eher in die eletronischere Richtung gehen.
Das aktuelle Album lässt mit Freuden die kommende Tour erwarten, denn live sind die Eisjungs eh schon härter als auf Konserve und mit dem Album im Gepäck werden sie alles wegblasen.

Eisbrecher @ Pulp Duisburg
Eisbrecher @ Pulp Duisburg

Tracklist:

1. Volle Kraft Voraus
2. 1000 Narben
3. Schock
4. Zwischen Uns
5. Rot Wie Die Liebe
6. Himmel, Arsch Und Zwirn
7. Schlachtbank
8. Dreizehn
9. Unschuldsengel
10. Nachtfieber
11. Noch Zu Retten
12. Fehler Machen Leute
13. Der Flieger
14. So Oder So

Line-Up:

Alexander Wesselsky (Vocals)
Jochen Seibert (Leadgitarre)
Jürgen Plangger (Gitarre)
Achim Färber (Schlagzeug)
Rupert Keplinger (Bass)

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