Cover: Betontod - GlaubeLiebeHoffnung

Die Band Betontod aus dem beschaulichen Rheinberg gehört seit Jahren zur Speerspitze des deutschen Punkrock und veröffentlicht am 19.02.2010 ihr viertes Studioalbum „GlaubeLiebeHoffnung“. Doch nicht nur Punk-Fans sind von der ehrlichen Musik der Jungs begeistert: Auch Fans der gepflegten Rockmusik kommen hier voll auf ihre Kosten. Mehr als 500 Gigs haben Betontod absolviert, darunter auch Gigs mit Cock Sparrer und The Exploited und diverse Festivalauftritte. Nach der Veröffentlichung des zweiten Albums wurden sie von Wölli (ex-Tote-Hosen-Trommler) als Headliner für sein eigenes Festival verpflichtet. Es folgten weitere Gigs und die Fangemeinde wuchs und wuchs. Bei „GlaubeLiebeHoffnung“ haben Betontod selbst die Kontrolle übernommen, d.h. die Produktion lag in den Händen der Musiker und das Album wurde über das frisch gegründete Better Than Hell-Label veröffentlicht.

Line-Up:

Tracklist:

  1. Nichts
  2. Stich ins Herz
  3. Stadt ohne Licht
  4. Alphatier
  5. Ohne Standpunkt
  6. Leb Dein Leben
  7. GlaubeLiebeHoffnung
  8. Ewigkeit
  9. Land in Sicht
  10. Club der Reichen
  11. Sexy Blutsommer ’89
  12. Faktor Mensch
  13. Nimmerland
  14. Widerstand

Wie auch schon beim Vorgänger „Schwarzes Blut“ (2006) haben sich Betontod immer mehr vom Punk entfernt. Die Scheibe glänzt durch eine druckvolle Produktion, klare Arrangements und Gitarrenriffs, die an einigen Stellen schon ein wenig in den Metal-Bereich abdriften. Die Melodien sind fast schon eingängig und machen es dem Zuhörer leicht, einfach mal den Refrain mitzugröhlen. Die leicht heisere, leicht versoffen klingende (sorry!) und gröhlende Gesangsstimme von Oliver Meister lädt praktisch schon zum Mitsingen ein und macht einfach gute Laune. Und wenn wir uns schon im Deutschrock-Bereich aufhalten: Vergleiche mit den „Böhsen Onkelz“ dürfen gezogen werden. Die Texte sind nicht Hass-geschwängert oder politisch angehaucht – Betontod legen Wert auf Texte, mit denen sich jeder identifizieren kann und die einem wenn nötig den antreibenden Arschtritt verpassen. Wie aus dem Leben gegriffen. Ich stelle fest, dass ein Großteil der Gesellschaft die gleichen Probleme hat: Glaube, Liebe, Hoffnung, Leben, Lebenskrisen, Freundschaft, Jugend.

Der Opener „Nichts“, zu dem auch schon ein Video veröffentlicht wurde, steigt gleich Bass-lastig ein und hämmert dem Hörer die Melodie ins Hirn. Das schnelle Riffing und der Mitgröhl-Refrain machen den Song zu einem echten Ohrwurm. Der erste Song, der überraschend aus der Reihe tanzt ist „Stadt ohne Licht“ mit seinem Streicher-Intro, den Chören und dem 6/8 Takt. „Alphatier“, „Ohne Standpunkt“, „Leb Dein Leben“ und der Titelsong „GlaubeLiebeHoffnung“ sind wieder wie gewohnt punkig mit schnellen, hämmernden Metal-Riffs. Der Song „Ewigkeit“ hat mich ehrlich gesagt etwas verwirrt, da er mit einem fast schon Schlager-ähnlichen, eingängigen Melodiegerüst daherkommt – was natürlich auch den Vorteil hat, dass man den Refrain auch wieder kinderleicht nachsingen kann – olé, olé! Ein echter Ohrwurm! Genau wie der Nachfolger „Land in Sicht“, der mit der zweistimmigen Gitarre zu überzeugen weiss. Die Akustikgitarre vermittelt das gewisse Piratenfeeling. Über eine fehlende Abwechslung kann sich hier wirklich keiner beklagen. Bevor es mit der akustischen Molotow-Cocktail-Ballade „Widerstand“ leider schon zu Ende geht, wird bei „Club der Reichen“, „Sexy Blutsommer’89“, „Faktor Mensch“ und „Nimmerland“ noch einmal kräftig in die Saiten gehauen.

Kurz gesagt: Ein sehr gelungenes Deutschrock/Punk Album, welches weit entfernt von simplen Drei-Akkorde-Melodien und platten politischen Statements ist. Die fast schon eingängigen Melodien gehen ins Ohr und die Aussagen der Texte direkt ins Hirn. Ich persönlich kann mich mit einigen Texten sehr gut identifizieren und gerade das macht es so schön authentisch. Wir sind uns eben alle doch ziemlich ähnlich – zumindest die Sorgen und Ängste sind zu einem großen Teil die Gleichen. „GlaubeLiebeHoffnung“ wird sicher noch öfter in meiner iTunes-Playlist landen. Volle Punktzahl!

Neben der Digi-Pack-Version der Scheibe gibt es noch eine hochwertige Box-Edition, die neben der Digipack-CD noch einen Heckscheibenaufkleber, ein T-Shirt, einen Aufnäher, einen Sticker, einen Button, eine Autogrammkarte, einen Signature-Drumstick, ein Plektrum sowie eine Freikarte für ein Konzert der Band enthält.

2 Antworten

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