Bands und Politik – nicht immer ganz einfach. Während sich zum Beispiel Die Toten Hosen von der Verwendung ihrer Songs durch bestimmte Parteien distanzieren, hatten J.B.O. schon zur Bundestagswahl 2009 einen Song über Bundes-Angie, den die CDU aber gar nicht verwenden wollte. Im Zuge dieses Songs gab es auch eine Special Edition des zugehörigen Albums „I Don’t Like Metal – I Love It“, zu dem es eine Angie-Saftpresse gab. Von diesen Saftpressen hatten J.B.O. noch unverpackte im Lager gefunden. Statt diese nun aber einfach einzeln zu verkaufen oder gar eine Neuauflage der Special Edition zu planen, hat sich die Band gedacht, dass doch sicher eine der Oppositionsparteien diese im Wahlkampf nutzen könnte.

Und die Wahl von J.B.O. fiel auf die Piratenpartei – woran nun Andrea und ich nicht ganz unschuldig gewesen sind. Es dürfte sich inzwischen ja herumgesprochen haben, dass ich seit ein paar Jahren für J.B.O. den Online-Kram mache und zusammen mit Andrea habe ich die offizielle Band-Biographie geschrieben. Und Piraten sind wir auch, Andrea sogar hauptberuflich als wissenschaftliche Referentin der Piratenfraktion im saarländischen Landtag. Trotzdem hatte uns die Nachricht überrascht, dass wir die Saftpressen bekommen sollten, denn gerechnet hätte ich mit so einer Aktion nicht (und danach gefragt hätte ich auch nie). Und so waren wir gestern bei J.B.O. zu Besuch und nahmen die Saftpressen in Empfang. Wir waren u.a. die Kandidaten für die Bundestagswahl Emanuel Kotzian (der mit seinem eigenen Piraten-Wahlkampfsong), Patrick Linnert, Marc Großjean und die Landesvorsitzende der Piraten im Saarland Jasmin Maurer.

Foto (v.l.): Emanuel Kotzian, Vito C., Carsten Dobschat, Marc Großjean, Jasmin Maurer, Wolfram Kellner, Patrick Linnert, David Beck<br />Foto von Andrea Jaeckel-Dobschat
Foto (v.l.): Emanuel Kotzian, Vito C., Carsten Dobschat, Marc Großjean, Jasmin Maurer, Wolfram Kellner, Patrick Linnert, David Beck
Foto von Andrea Jaeckel-Dobschat (ajd-photographie.de) unter CC-Lizenz 3.0-by

Es war ein spannendes und sehr interessantes Treffen, denn klar ist auch, dass J.B.O. nicht jede Forderung der Piraten unterschreiben würden, aber selbst beim Punkt Urheberrechte sind wir alle uns einig, dass die aktuellen Regelungen nicht mehr zeitgemäß sind und es hier Anpassungen an die Realität geben muss. Und über die Details der Reformen kann man schließlich immer noch reden. Und mindestens in einem Punkt gibt es keine Unterschiede zwischen den Wünschen von Piraten und J.B.O.: Keiner will systematisch und ständig überwacht und ausgeforscht werden – von keinem Geheimdienst und keiner Regierung der Welt.

Wir Piraten haben gestern der Band versprochen, dass sich eine Bundestagsfraktion der Piraten als eine Art „ständiger Untersuchungsausschuss“ verstehen und alles unternehmen werden, die Details der durch Edward Snowden enthüllten Überwachung aufzuklären und für ein Ende der ausufernden Überwachung weltweit zu kämpfen. Die Band will sich das auch sehr genau anschauen und Vito C. „droht“ für den Fall der Fälle auch schon mal Konsequenzen an: „Und wir werden außerparlamentarisch genau beobachten, wie ihr euren Job dabei macht und wenn es nicht klappt müssen wir eben nächstes Mal selbst antreten“.

Und egal ob Piraten oder eine andere Partei, J.B.O. fordern ihre Fans deutlich auf, zur Wahl zu gehen: „Niemand sollte aus Frust oder aus der Befürchtung heraus, doch nichts zu bewirken, der Wahlurne fern bleiben. Es ist fast egal wen ihr wählt – wichtig ist aber, dass ihr alle wählen geht, am Ende zählt jede Stimme!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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