Cover: atomic - Coming Up From The Streets
Cover: atomic - Coming Up From The Streets

Das Jahr 2008 war für die Jungs aus dem tiefsten Bayrischen Wald ein ereignisreiches Jahr. „atomic“ können auf mittlerweile über 200 Konzerte in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, England und Tschechien zurückblicken. Und durch all die gespielten Gigs hat sich die Band um die beiden Zwillingsbrüder Thomas und Rainer Marschel einen Ruf in der deutschen Indie-Szene erarbeitet. Dabei zeigt sie, dass man nicht aus einer der größten Städte Deutschlands kommen muss, um Erfolg zu haben. Zwei Jahre nach der Gründung brachten sie ihre erste Veröffentlichung – die EP „The Big Issue“ – heraus und das ganz ohne vorhandene Strukturen und Kontakte. Das Album verkaufte sich über die bandeigene Homepage und auf Konzerten in vierstelliger Höhe. Der Grundstein war gelegt und „atomic“ supporteten Tomte, Madsen und Paul Weller & Gem Archer (Oasis). Nach dem 2005 veröffentlichten Debütalbum „Wonderland Boulevard“ kam nun im Frühjahr dieses Jahres der Nachfolger „Coming Up From The Streets“ heraus, welcher in einer neuen Besetzung eingespielt wurde. Zum festen Kern gehören die beiden Brüder Thomas und Rainer. 

Line-Up:

Tracklist:

  1. Get Yer Freak On!
  2. Soul Sister
  3. Magic Daydream
  4. Oh Suzanne
  5. Something Wonderful
  6. Face In Heaven
  7. I’m A Man
  8. She’s The One
  9. I Just Wanna Dance With You Tonight
  10. The Good Souls
  11. (It’s You) To Make It Happen
  12. High & Fall

Gut, „Coming Up From The Streets“ ist wohl nicht so passend – die Jungs kommen ja nicht von der Straße, sondern aus dem Wald – Furth im Wald genauer gesagt. Und wenn eine Band etwas auf dem Kasten hat, dann ist es eigentlich total wurscht woher sie kommt. In der Presseinfo lese ich dauernd etwas von Rock’n’Roll, den die Jungs machen sollen. Aber egal wie oft ich die CD noch höre – von Rock’n’Roll keine Spur. Stattdessen wird dem Hörer astreiner Brit-Pop und Indie-Rock um die Ohren geblasen. Sauber produziert und super gespielt. Die Stimme von Sänger Thomas erinnert sehr an „Oasis“ und wie es der Zufall so will, finde ich auf der MySpace Seite von „atomic“ in der Rubrik „Klingt wie“ die Band Oasis – neben Mando Diao, den Beatles, den Rolling Stones, The Kooks etc.

Kämen „atomic“ aus England, gingen sie garantiert in der Masse an Brit-Pop Bands unter. Da wir uns aber in Deutschland befinden und die Band aus dem tiefsten Bayern kommt, ist es schon wieder etwas Besonderes. Nicht falsch verstehen, aber ich denke Ihr wisst wie ich das meine. Songs wie „Oh Suzanne“, „Soul Sister“, „High & Fall“ oder auch „The Good Souls“ – welches wirklich sehr an Oasis erinnert – sind echte Ohrwürmer und besitzen eine Eingängigkeit, die die einen vielleicht langweilig oder unspektakulär finden, die anderen fahren aber total drauf ab. Das Songwriting ist gut durchdacht und wenn man genau hinhört, dann fallen einem immer wieder Elemente auf, die man vielleicht beim ersten Hördurchgang gar nicht bemerkt hat. Wegen der stark an „Oasis“ erinnernden Gesangsstimme und dem Musikstil, der absolut in die Britpop-Schublade passt kann man nun die Frage stellen ob „atomic“ sich nur von „Oasis“ inspirieren ließen oder ob es einfach nur ein Abklatsch darstellen soll. Ein klein wenig Eigenständigkeit würde deswegen nicht schaden. Die Songs ansich sind nämlich allererste Sahne.

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