ASP @Blackfield 2009Zum Glück war es am Dienstag nicht mehr so kalt wie am Wochenende, an dem es den plötzlichen Wintereinbruch gab. Sonst wären die 2 Stunden warten vorm Einlass etwas unangenehmer gewesen als der zeitweilige Nieselregen.
Von drinnen erklangen die Töne des Soundchecks und Warmsingens von ASP (die Türen sind ja quasi direkt neben der Bühne).
Als der Einlass begann, wurden alle – vor allem Taschen und Rucksäcke – sehr gründlich durchsucht. Haben ASP da schlechte Erfahrungen gemacht? Bei der Menge an Frauen mit Handtaschen, die ja bekanntlich einen halben Hausstand beinhalten können, eine Menge Arbeit ;)
Drinnen war recht schnell wieder Stopp, denn die Türen zur eigentlichen Halle waren noch geschlossen: der Soundcheck/die Vorbereitungen noch nicht fertig. Also alle noch einmal aufstellen für die günstigste Position. Wer schafft es in die erste Reihe? Na, wir natürlich ;) Wie immer rannten alle los, als wir endlich rein durften.

Um 20 Uhr ging es dann erst einmal los mit der Vorband: Mantus, die seit April mit Chiara Amberia eine neue Sängerin haben. Mmmhhh…. naja, umhauen konnten sie mich nicht. Die Musik an sich war – trotz Drumcomputer, ein richtiges Schlagzeug ist mir auch lieber – ganz nett, aber der Gesang ein wenig schwach. Hinzu kommt, dass die Texte realtiv kompliziert und fast richtige Erzählungen sind, so dass man – oft nicht mal beim Refrain – direkt mitsingen konnte. Schön sind die Lieder bestimmmt, auch mit viel Tiefe und Botschaft, doch zum Kennenlernen der Band nicht unbedingt einfach.

Official Flyer: ASP GeistErfahrer Tour 2012Der Umbau für ASP zog sich dann noch ganz schön, es muss ja alles perfekt sein (Leuchtpunkte auf der Bühne, damit ein Sänger auch ja zum Mikro findet, habe ich bisher auch noch nicht gesehen…). Bis nach 21.20 Uhr mussten wir ausharren, als endlich das Licht aus ging und die Band die Bühne betrat und jubelnd empfangen wurde. (Vorher wurde der Vorhang rechts geschlossen, damit man die Tür zum Backstage nicht sehen kann – dass es den überhaupt gab, wusste ich gar nicht, er wurde noch nie eingesetzt, wenn ich in der Turbinenhalle war)

Der Anfang des Konzerts gestaltete sich für mich etwas ruhiger – im Hinblick auf den späteren Teil war das aber gar nicht so schlimm. Einige (darunter der Titelsong und Carpe Noctem) waren von der Geisterfahrer-EP, die erst einige Tage nach dem Konzert erscheinen sollte, aber auf dem Konzert bereits gekauft werden konnte. Daher kannte ich sie noch nicht. Trotzdem luden die Lieder zum Mitmachen ein und waren prima zum aufwärmen. (Wobei ich auch zugeben muss, dass ich eh lange lange nicht alle Songs, sondern eher nur ein best of von ASP kenne, sie aber immer wieder gerne live sehe). „Krabat“ dazwischen war natürlich ein altbekanntes Stück, leider hat ASP diesmal die Rabenfedern nicht wie beim Castle Rock ins Publikum geworfen. Wäre mal ein anderes Konzertsouvenier gewesen. Jetzt war es auch endlich an der Zeit, Longsleeve und Halstuch auszuziehen, in der Turbinenhalle ist es nie besonders warm. Bei der Vorband hatten viele wie ich sogar noch die Jacken an.
Dann kam „Und wir tanzten“, gefolgt von „Werben“. Da gab es dann kein Halten mehr – und ich bereute meine immer noch warmen Klamotten… Aber für mich kam mit „Schwarzer Schmetterling“, „Weichen[t]stellung“ und „Unverwandt“ (letzteres von der neuen EP) erstmal ein bisschen Musik zum Ausruhen, bevor der reguläre Teil des Konzerts mit „Denn ich bin der Meister“ grandios zu Ende ging. Ich kann echt nicht verstehen, wie man bei den Songs einfach nur so ruhig da stehen kann. Da muss man doch einfach mitmachen!!

ASP @Castle Rock 2012Doch zu Ende war das Konzert natürlich noch nicht. Insgesamt 4 Zugaben sollte es geben, als erstes „Rücken an Rücken“. Hierfür suchte sich ASP weibliche Unterstützung aus dem Publikum. Die Wahl fiel auf eine junge Dame, deren Freunde so vehement auf sie deuteten, dass nur sie es einfach sein konnte. Klar wäre ich auch gerne diejenige welche gewesen, aber ich gebe zu, dass ich nicht so textsicher gewesen wäre. Wobei sie ja nicht mitsingen musste – zumindest nicht ins Mikro – dies aber nach anfänglicher Schüchternheit dann doch tat. Rücken an Rücken stand sie mit ASP Hand in Hand auf der Bühne und durfte sich die entzückenden Rücken der ca. 2000 Fans anschauen. Dieses Ritual hat auf den ASP Konzerten schon Tradition, so dass sich viele schon direkt bei Ankündigung des Liedes umdrehten, obwohl ASP ja wie immer noch gar nicht fertig mit Ansagen war ;) Wie immer war er sehr gesprächig.

Und dann kam mein absolutes Highlight: „Ich will brennen“. Spätestens danach war klar, warum mein Spitzname „Hüpfmaus“ ist ;) Ich liebe diesen Song einfach. Als zweite Zugabe durften wir uns über „Ich bin ein wahrer Satan“ und „Schwarzes Blut“ freuen. Natürlich machten beim „vorwärts, abwärts“ alle mit. Das muss man dem Pulbikum lassen: mitklatschen und singen klappte gut, aber etwas mehr Hüpfen, Bangen und Feiern hätte ich mir gewünscht. Aber das stelle ich neuerdings bei vielen Konzerten fest, wobei die Stimmung natürlich auch so grandios war. Und ganz ehrlich: an sich war es mir auch egal, was alle um mich rum machten, ich war so begeistert und komplett erfüllt von der Musik, dass nur das zählte.

Alles in allem ein supertoller Abend, der sich echt gelohnt hat. Und nach dem ich sofort erstmal eine Cola brauchte. Erst auf dem Weg zum Merch merkte ich, wie sehr ich mich dann doch verausgabt hatte (mist, ich werde echt zu alt..). Das Konzert saß mir noch 2 Tage in den Knochen, aber egal. Das war es wert!

Die Fans haben die Gunst der Stunde genutzt und die Geisterfahrer-EP auf dem Konzert gekauft. Relativ schnell war die normale Version ausverkauft. Auch die Tourshirts gab es nicht mehr in allen Größen, naja egal, dann habe ich es eben in XL. Lieber so als zu klein.

Mit dem Sound hatte ich dort wo wir standen Glück, wir waren nicht mehr so ganz direkt vor den Boxen. So konnte ich sogar zu meinen Lieblingssongs die Ohrstöpsel rausnehmen, um keine gefilterten dumpfen Klänge zu haben und in den vollen Genuss von ASPs Stimme zu kommen. An anderen Stellen in der Halle soll es wohl nicht so optimal gewesen sein (wäre nicht das erste Mal so in der Turbinenhalle).

Wer ASP noch nicht live gesehen hat, der sollte das so schnell wie möglich nachholen. Live sind sie immer super. Es lohnt immer! Wir sehen uns beim nächsten ASP-Konzert!

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